Im Sommersemester 2004 absolvierte ich, Anett Schmidt, mein Praktikum in Deutsch als Fremdsprache im Sprachenzentrum der Technischen Universität Darmstadt. Zunächst entschied ich mich wegen der geografischen Nähe der Universität zu meinem Wohnort für dieses Institut, dann überzeugte mich aber auch sein sprachliches Programm. Ich war ehrlich gesagt überrascht über die Vielfalt der angebotenen Kurse.
Nach einer sprachlichen Absprache mit der Leiterin Prof. Dr. Britta Hufeisen wurde meine Bewerbung um einen Praktikumsplatz von der Universität problemlos angenommen. Mit Frau Hufeisen und der Fachbereichsleiterin Britta Friedmann – von denen ich ganz herzlich aufgenommen wurde – vereinbarten wir die Kurse für meine Hospitationen. Die Entscheidung wurde mir überlassen, die beiden Personen halfen mir aber bei der Auswahl mit der Beschreibung der einzelnen Kurse. Die Hospitationen erfolgten in folgenden Seminaren:
Die Kursleiterinnen nahmen mich freundlich auf und sie waren sehr hilfsereit, meine Fragen zu den einzelnen Kursen und Stunden wurden beantwortet und Unterrichtsverläufe wurden erklärt. Die Entscheidung über die Unterrichtsversuche fiel erst Mitte des Semesters – da ich die Kurse besser kennen lernen musste und wollte – auf die Kurse Intonation I, Deutsch für Gastwissenschaftler II und Hören-Verstehen-Diskutieren.
Mit der Intonation geriet ich auf ein für mich ziemlich fremdes Gebiet. Auf Intonation wird normalerweise im Fremdsprachenunterricht kein großer Wert gelegt, Grammatik und Wortschatzarbeit haben den Vorrang. Die Gestaltung einer Intonationsstunde war für mich eine völlig neue Erfahrung. Schon nach den ersten Hospitationen bekam ich die Möglichkeit in den Gruppenarbeiten, in denen die Aussprache geübt wurde und auf Probleme der einzelnen Personen hingewiesen werden konnte, mitzuwirken. Das war sehr wichtig für meinen Unterrichtsversuch, den ich so gestaltete, wie ich es bei Frau Hufeisen sah, da ich es auch nicht besser wusste.
In Deutsch für Gastwissenschaftler II waren viele Bereiche des DaF-Unterrichts vertreten: Wortschatzarbeit, Hörverstehen, Grammatik, Textproduktion, mündliche Kommunikation etc. Frau Heinelt bezog mich gleich am ersten Tag in den Unterricht ein, bei Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeiten beantwortete ich Fragen der Studenten und ich half Ihnen, wenn sie nicht mehr weiterwussten. So entschied ich mich auch in diesem Seminar einen Unterrichtsversuch zu machen. Im Kurs wurde mit dem Lehrwerk Leselandschaft (von Günther Hasenkamp) gearbeitet und ich unterrichtete die Redemittel zur Beratung. Zuerst wollte ich im Plenum das Thema Beratung mit ganz allgemeinen Fragen einführen, z.B. In welchen Situationen holt man sich Rat? An wen wenden Sie sich, wenn Sie Rat brauchen? … Die Ergebnisse wurden an der Tafel gesammelt. Danach wurden die Teilnehmer in drei Gruppen geteilt, die Kärtchen mit Redemitteln bekamen und sie hatten die Aufgabe diese Redemittel zu einer Reaktion zuzuordnen: Gruppe 1: zuraten, Gruppe 2: auffordern, die Entscheidung zu überdenken, Gruppe 3: abraten. Die Gruppen hefteten ihre Ergebnisse an die Tafel und sie wurden im Plenum diskutiert. Kurz wurden die Redemittel geübt und zu einer im Buch beschriebenen Situation Ratschläge gegeben. Am Ende der Unterrichtseinheit bekamen die Studenten in Paaren einfache Situationen und ein Kärtchen, ob sie zuraten, abraten oder auffordern, die Entscheidung zu überdenken, sollen. Die Situationen wurden zunächst in Partnerarbeit geübt und dann im Plenum vorgetragen.
Den dritten Unterrichtsversuch unternahm ich im Seminar Hören-Verstehen-Diskutieren. Dieser Kurs beschäftigte sich mit vielen verschiedenen, interessanten Themen. Die Fertigkeit Hörverstehen stand im Vordergrund aber auch Leseverstehen und die danach folgende Diskussion wurden geübt. Frau Reineke entschied sich nicht für ein bestimmtes Buch, sondern sie nahm aus einzelnen Lehrwerken Themen, die sie interessant fand und sie sind auch bei den Studenten gut angekommen. In meinem Unterrichtsversuch bearbeiteten wir das Hörspiel „Der Fisch” aus dem Lehrwerk em. Zur Entlastung des Wortschatzes sollten die Kursteilnehmer in Gruppen aus vorgegebenen Wörtern 3-4 wählen, mit denen sie eine Geschichte schrieben, die dann im Plenum vorgetragen wurden. Danach wurde eine Radioankündigung angehört und dazu Aufgaben gelöst. Aus der Radioankündigung stellte sich heraus, dass es sich bei „Der Fisch” um ein Kurzhörspiel handelt und bot sich die Möglichkeit an, zu klären, was ein Hörspiel eigentlich ist. Das Hörspiel wurde in Abschnitten angehört und zu jedem Abschnitt gab es Aufgaben, die gelöst und nach dem Abschnitt auch besprochen wurden. Vermutungen über den weiteren Verlauf der Geschichte wurden auch geäußert. Am Ende der Einheit wurden Meinungen zum Thema gesagt und geklärt, ob diese Zukunftsvision nach der Meinung der Studenten begründet ist und welche heutigen Entwicklungen der Grund für eine solche Zukunftsvision sein könnten.
Ich habe dieses Praktikum sehr genossen, ich habe mich im Sprachenzentrum der TU Darmstadt sehr wohl gefühlt, ich bekam immer Hilfe, wenn ich sie benötigte. Das Wichtigste ist aber, dass ich auch sehr viel von den Kursleiterinnen lernte und nehme für meine berufliche Zukunft viel mit. An dieser Stelle möchte mich noch einmal für diese Praktikumsmöglichkeit ganz herzlich bedanken.