Workshops

Workshops

Sektion „Interkulturalität“

Elif Baş, M.A. (Frankfurt University of Applied Sciences) und Dr. Alexandra Hajok (TU Darmstadt)


Interkulturalität im Alltag und im Hochschulkontext

Das Ziel des Workshops ist eine Beziehung zwischen Fähigkeiten im Bereich der interkulturellen Kommunikation und sprachlichen Kompetenzen der Studierenden zu finden, um die linguistische Theorie des Phänomens der Zweisprachigkeit bzw. Bilingualismus mit dem Begriff der Interkulturalität im Hochschulkontext zu verbinden. Bekanntlich ist die Kultur ein System von gemeinsamen Verhaltensnormen, Werten, Erwartungen, Überzeugungen, Einstellungen. Die Kultur wird durch unsere Erziehung entwickelt. Sie ist nicht etwas mit dem wir geboren werden, sondern etwas, was im Laufe der Zeit erworben wird. Kultur und Kommunikation sind untrennbar miteinander verbunden. Während die Kultur als Grundlage der Kommunikation gilt, übermittelt die Sprache die Kultur. Sprache und Kultur bilden eine interkulturelle Lebenssituation, die solche Bereiche wie Verstehen, Können, Wissen, Handeln, Erfahrung und Fähigkeiten umfasst. Daher sind Interkulturalität und interkulturelle Kommunikation die Fähigkeit u.a. Bräuche, Traditionen und Etikette zu respektieren. Wer interkulturell kompetent ist, hat die Fähigkeit, mit Menschen eines anderen kulturellen Hintergrundes erfolgreich zu agieren. Konkret heißt das, dass man sich respektvoll verhält, Verständnis für die andere Kultur hat und sowohl auf seine verbale als auch nonverbale Kommunikation achtet. Interkulturelle Kompetenz braucht sowohl Sensibilität als auch Interesse. Um sie zu erreichen, muss eine Synergie zwischen kognitiven und emotionalen Bereichen entwickelt werden. Die Bewältigung von konkreten Anforderungssituationen eines bestimmten Typs wie Sozial-, Verhandlungs-, Sach-, Selbst-, Methodenkompetenz im Unterricht ist das Thema der Diskussionen in unserem Workshop.


Sektion „Mehrsprachigkeit“
Dr. Ursula Stohler (Universität Freiburg) und Dr. Almut Küppers (Goethe-Universität Frankfurt)


Mehrsprachigkeit (als Bereicherung) verstehen und erleben.
Ein Workshop zum Umgang mit Mehrsprachigkeit im (Sprach-) Unterricht.


In diesem Workshop soll Mehrsprachigkeit nicht nur als Bereicherung verstanden werden, sondern sie soll ganzheitlich erlebt und erfahrbar gemacht werden. Nach wie vor wirft sie allerdings mehr Fragen auf, als dass wir Antworten vorliegen haben: Ist die Entwicklung der Mehrsprachigkeit in der Schule ein Bildungsziel, eine Querschnittsaufgabe aller Fächer oder eine Haltung? Was wissen wir über die Wirkung von Mehrsprachigkeitsansätzen in der Schulpraxis? Und warum stellt sie so eine wertvolle Ressource für Bildungsprozesse dar? An den Erfahrungen der Workshop-TeilnehmerInnen anknüpfend werden wir uns zunächst diskursiv und theoretisch den Potenzialen und Herausforderung der wachsenden (sprachlichen) Vielfalt in der inklusiven Schule widmen. In urbanen Klassenzimmern sind schließlich 50-90% der Schülerpopulationen nicht mehr (nur) einsprachig, sondern sie sprechen (neben Deutsch) auch Minderheitensprachen, Herkunftssprachen oder Dialekte. In einem – größeren – zweiten Schritt werden wir uns der Mehrsprachigkeit praktisch nähern und didaktische Ansätze vorstellen und Übungen ausprobieren, mit deren Hilfe die mehrsprachigen Potenziale im Unterricht erschlossen werden können. Neben Sprachvergleich und Sprachreflexion sind dies vor allen Dingen lebendige, kommunikative Elemente aus den Werkzeugkoffern der Handlungsorientierung, der Mediation und Dramapädagogik. Mit einer gelegentlichen Fokussierung auf Polnisch und Türkisch als Beispielsprachen, aber natürlich alle Sprachen in den Blick nehmend und auch auf alle übertragbar freuen wir uns auf möglichst sprachenvielfältige, neugierige und aktive TeilnehmerInnen.

Sektion „Identität“
Dr. Rotraut Fischer (TU Darmstadt) und Dr. Dorota Orsson (Universität Greifswald)



Zeig mir deinen Glauben und dein Gebet, wie du Güte und Heldentum äußerst, wem du die Verehrung schenkst;
zeig, wie du singst, wie du ein Gedicht rezitierst;
was ist für dich Wissen und Verstehen;
wie du deine Familie liebst, was sind für dich Feldherren, Genies und Propheten;
sag mir das alles und ich sage es dir, wessen Volkes Sohn bist du;
und das alles ist nicht von deinen bewussten Wahlen abhängig,
sondern von der geistigen Konstruktion deines Bewusstseins.

I.A. ILJIN (1883-1954)

Mehrsprachigkeit, der Generalschlüssel zur globalisierten Welt oder die Identitätsstörung des Menschen?

„Du bist, was du denkst“ – aber in welcher Sprache denke ich? In welcher Sprache träume ich? Mit welcher Sprache assoziiere ich meine Kulturidentität? Welche Sprache ist
die Muttersprache meines Vaterlandes? Wo ist mein Vaterland? Wo komme ich her? Was bleibt für mich fremd und vertraut? Was bedeutet für mich die Erbschaft der Werte? Wessen Werte sind für mich bedeutsam? Welche Geschichte bleibt für mich die einzige und wahre…?
Die Antworten auf diese Fragen entscheiden über die gesellschaftliche Homogenität
des Menschen. Die sprachlichen Wurzeln könnten uns in mehrere Gesellschaften ansiedeln oder ermöglichen die Entstehung einer multikulturellen Identität, die uns die Gelegenheit bietet, in jeder sprachlich identischen Umgebung komfortable zu existieren.
Letzteres ist jedoch die ideale Situation, die nur durch den ausgeglichenen und didaktisch unterstützten Bi- oder Multilinguismus möglich wäre. Die Forschungsergebnisse über Sprach- und Kulturidentität der polnischen Migrationskinder im deutsch-polnischen Grenzgebiet dokumentieren das breite Spektrum dieses Themas und bieten zahlreihe sprachwissenschaftliche Forschungsebenen an.

Mehrsprachigkeit und Identität

Wir alle sind mehrsprachig!

Auf der Germanistenversammlung von 1846 stellte Jacob Grimm die rhetorische Frage: „was ist ein volk?“. Und seine einfache Antwort lautete: „ein volk ist der inbegriff von menschen, welche dieselbe sprache reden.“
Mit dieser „einfachen“ Bestimmung gibt Grimm der Sprache einen mehrfachen Rahmen: einen kollektiven, historischen, kulturellen und politischen. Es ist also nicht ein abstrahierendes Konstrukt von Sprache, über das wir nachdenken im Zusammenhang mit Identität, sondern über Sprache in ihren Zusammenhängen, als Formungsprozess symbolischer Ordnungen und als ‚Performance‘.
Die Zugehörigkeit zu einer Sprachgemeinschaft prägt uns durch die symbolischen Formen, die dort mittels Sprache gefunden und in ihr geformt wurden sowie deren Gefühlswerte. Die haben wir im Gepäck, wenn wir auf Reisen gehen, auswandern oder fliehen.
Doch wir alle sind mehrsprachig. Wir haben alle mehrere Sprachidentitäten! Wir definieren uns über mehrere Zugehörigkeiten, sprechen anders, je nachdem, ob wir einen Vortrag halten, am Familientisch sitzen oder beim Besuch in unserem Herkunftsdorf den örtlichen Dialekt sprechen.
Mehrsprachigkeit wäre dann zu bestimmten als Mehrfachkulturalität, Mehrfachkollektivität, Mehrfachhistorizität.
Zur Diskussion darüber möchten wir Sie herzlich einladen.

Sektion „Heterogenität“
Małgorzata Małolepsza, M.A. (Universität Göttingen) und Prof. Grit Mehlhorn (Universität Leipzig)


Differenzierung in heterogenen Lerngruppen mit HerkunftssprecherInnen

Der Workshop nimmt die Heterogenität von Lerngruppen im Polnisch- und Russischunterricht in den Blick. Sowohl in Sprachkursen an Hochschulen als auch im schulischen Fremdsprachenunterricht finden sich überproportional viele HerkunftssprecherInnen, d.h. Studierende und SchülerInnen, die zweisprachig aufgewachsen sind und daher Vorkenntnisse und unterschiedlich ausgebaute sprachliche Kompetenzen in der Zielsprache in den Unterricht einbringen. Während sie ihre Herkunftssprache von Geburt an im familiären Kontext erworben haben, beginnen Fremdsprachenlernende erst im Jugend- oder Erwachsenenalter mit dem Erlernen der Sprache im institutionellen Kontext. Hinzu kommt herkunftssprachlicher Unterricht für Kinder und Jugendliche, die je nach Sprachlernbiografie große Niveauunterschiede aufweisen. Die Berücksichtigung der unterschiedlichen Lernausgangslagen und -bedarfe sowie die Förderung der Lernenden entsprechend ihren Lernbedürfnissen stellen Lehrkräfte vor hohe methodische Anforderungen in Bezug auf Binnendifferenzierung und Individualisierung des Unterrichts.
Im Workshop stellen wir zunächst verschiedene Differenzierungsformate und Best Practice-Beispiele vor, um in einem weiteren Schritt an konkreten Materialien für den Polnischunterricht (Małgorzata Małolepsza) und Russischunterricht (Grit Mehlhorn) Realisierungs¬möglich¬keiten zu erarbeiten. Der Workshop bietet den Teilnehmenden Raum, Erfahrungen auszutauschen, Möglichkeiten einer prozess¬orientierten Leistungsermittlung und -bewertung zu diskutieren sowie Konsequenzen für die Umsetzung im eigenen Unterrichtskontext anzudenken.

Sektion „Impulse für Polnisch“
Dr. Anna Stolarczyk-Gembiak (Staatliche Fachhochschule Konin) und Dr. Ewa Bagłajewska (Europa-Universität Viadrina)


Impulsy dla języka polskiego


Wielojęzyczność Europy oraz pragmatyczny stosunek do nauki języków obcych, który można obecnie zaobserwować wśród uczniów i studentów, sprawiają, że nauczyciele muszą szukać nowych koncepcji i metod nauczania, zwłaszcza w przypadku języków nienależących do kanonu tych najpopularniejszych nauczanych w szkołach i na uniwersytetach, a więc w pewnym sensie „niszowych”. Do takich języków zalicza się w Niemczech język polski, w szczególności polski na poziomie języka specjalistycznego. Zmniejszająca się liczba osób zainteresowanych nauką tego języka oraz zmieniająca się sytuacja uczących się, dla których polski jest językiem kraju pochodzenia, każą szukać nowych metod i strategii. Głównym celem warsztatów będzie ustalenie i przetestowanie dostępnych instrumentów i narzędzi (również internetowych i audiowizualnych), zaprezentowanie autentycznych materiałów, pokazanie i przedyskutowanie sposobów ich zastosowania na zajęciach, zebranie propozycji i przykładów ćwiczeń oraz wypracowanie pomysłów na podniesienie atrakcyjności języka polskiego również w kontekście zmieniającego się rynku pracy i globalizacji i wynikającego z tego nowego podejścia do nauki języka obcego.